Facebook App lieber wieder deinstallieren

– frisst Akku ohne Ende

– holt sich alle Kontakte, SMS und Termine

– hat das Recht diese weiterzuleiten, zu löschen oder zu ändern

-aktiviert von selbst WLAN und Datenverkehr, um sich regelmäßig einen Nachschlag an Daten zu holen

Die Details:

Ein neues Beta-Update der Facebook-Android-App hat im Netz für Gesprächsstoff gesorgt. Mit Version 4.0 fordert die Anwendung einen gehörigen Satz an Zugriffsrechte ein, was von vielen Nutzern kritisch gesehen wird. So hat beispielsweise der Entwickler und ehemalige t3n-Mitarbeiter David Maciejewski ein Posting auf Google+  undFacebook  veröffentlicht, das vor dem Update warnt: „Ladet euch bitte nicht das Update der Facebook-App runter. Vielmehr ist jetzt der richtige Zeitpunkt, endgültig Lebewohl zu sagen.“

Mit dem Update auf 4.0 verlangt die Android-App beispielsweise vollen Netzzugriff. Damit ist es Facebook möglich WLAN-Verbindungen zu trennen oder wiederherzustellen – entgegen den Einstellungen des Nutzers. Schickt ein Nutzer sein Smartphone beispielsweise in den Ruhemodus könnte Facebook die Verbindung wieder anwerfen, um Daten abzufragen. Ebenfalls interessant ist der geforderte Zugriff auf SMS und MMS. Im Rahmen der Befugnis behält sich die Facebook-App das Recht vor, auch Kommunikationsinhalte, die nicht ausschließlich im Sozialen Netzwerk stattfinden, auszulesen. Heikel könnte das werden, wenn Pins, Passwörter oder Transaktionsnummern (TANs) ausgetauscht werden. Ebenso möchten die Verantwortlichen einen tieferen Einblick in weitere personenbezogene Daten bekommen. Im Detail bedeutet das beispielsweise den Zugriff auf Kalenderdaten: Termine können ausgelesen, weitergeleitet, gespeichert und rein theoretisch auch gelöscht und verändert werden.

Unter den gängigen Android-Versionen wie Jelly Bean oder KitKat können die Zugriffsrechte nicht eingeschränkt oder abgelehnt werden. Wer den Zugriffsrechten kritisch gegenübersteht, hat tatsächlich nur die Möglichkeit sich der App zu entledigen oder das Update zu unterdrücken. Alternativ ist es ratsam Facebook über den mobilen Browser anzusteuern. Das verhindert nicht nur den umfangreichen Zugriff auf die persönlichen Daten, sondern schont nicht zuletzt auch den Akku. Die Facebook-App gilt gemeinhin als Stromfresser, wie wir bereits vor einigen Monaten am Beispiel iPhone und iPad nachweisen konnten.

Das Update der Facebook-App unter Android und die damit eingeforderten Zugriffsrechte reihen sich ein in einen Trend: Auch andere Applikationen wie Google+ oder Google Hangouts unternehmen immer größere Schritte, um sich Zugriff auf andere Bereiche eines Android-Gerätes zu sichern. So greift beispielsweise auch Google Hangouts auf die persönliche SMS eines Nutzers zu. Ob iOS-Nutzer sich auch einer so umfangreichen Zugriffsabfrage konfrontiert sehen werden, bleibt zweifelhaft. Vom System her, werden in der Regel weniger Befugnisse in diese Richtung gewährt.

Quelle: t3n.de  Autor: Andreas Weck – Originalbeitrag auf t3n.de: http://t3n.de/news/facebook-40-android-umfangreiche-zugriffsrechte-512520/

 

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