Richtig feilschen

Richtig Feilschen

Richtig Feilschen will gelernt sein, und das sollten Sie ruhig wörtlich nehmen, und das Feilschen tatsächlich ruhig erst einmal zuhause üben, denn das bringt uns Otto-Normalverbrauchern in unserer abendländischen Kultur leider niemand bei, wie wir spätestens im Urlaub in der Türkei merken.

Sie müssen dabei nämlich eine gewisse Gradwanderung meistern. Wählen Sie einen freundlichen Ton, aber sprechen Sie trotzdem mit fester Stimme! Ein Verkäufer enttarnt schnell einen schüchternen Kunden.

Entweder hört er es an der leisen Stimme, die sich obendrein auch noch räuspert, oder aber an der Art , wie Sie die Frage stellen: „Einen Rabatt können Sie hier nicht geben, oder?“

Diese Frage schreit geradezu nach einem „NEIN!“. Seien Sie aber auch nicht zu frech. Es ist schwer zu glauben, aber auch Verkäufer sind Menschen mit Emotionen.

Beleidigen Sie sie nicht oder zwingen Sie sie dazu, sich als Verlierer auf dem eigenen Territorium zu fühlen. Üben Sie also. Vor dem Spiegel oder aber, und das ist effektiver, weil sie so besser Ihre Stimme kontrollieren können, nehmen Sie und Ihre Wortwahl auf!

Übung macht bekanntlich den Meister. Das braucht Ihnen überhaupt nicht unangenehm zu sein. Lieber zuhause üben und sich maximal am Anfang ein bisschen vor sich selbst blamieren, als im Geschäft vor dem Verkäufer – und dann noch dazu bares Geld verlieren!

In welcher Preisspanne kann man nun aber verhandeln? Was ist noch im Rahmen des Erlaubten und was ist Existenzbedrohung?

Nun, bei Fernsehern zum Beispiel können Sie die Latte etwa so anlegen: Bei Modellen über 2.000 Euro sind teilweise bis zu 25 Prozent drin, bei Fernsehern unter 1.000 Euro meistens um die 10 bis 15 Prozent.

Oder Sie setzen auf eine Zugabe statt auf Rabatt: Ein DVD-Player, ein Receiver, ein HDMI-Kabel, eine TV-Antenne oder auch eine kostenlose Installation lassen sich oft raushandeln.

Digitalkameras: Schon bei Fotoapparaten um 200 Euro können Sie bis zu 25 Prozent Rabatt kriegen. Gerade bei Digitalkameras lassen sich prima Zugaben statt Rabatte heraushandeln.

Das sind zum Beispiel Speicherkarten, Wechselobjektive, Kameratasche und Gutscheine für Fotoabzüge auf Papier. Sowas sollte immer drin sein, wenn es schon keinen Preisnachlass gibt.

MP3-Player oder auch MP4-Player: Mobile Musik-Wiedergabegeräte stehen nach wie vor hoch im Kurs. Der Rabatt-Faktor liegt hier bei etwa 15 Prozent.

Wenn hier kein direkter Preisnachlass möglich ist, dann können Einkaufsgutscheine für Online-Musik, Schutztaschen, Ladegeräte für die Steckdose oder bessere Kopfhörer für einen zusätzlichen Anreiz zum Kaufen sorgen.

Kann Ihnen der Verkäufer aus irgendeinem plausiblen Grund tatsächlich nichts vom Preis runter lassen und auch gar kein kostenloses Zubehör anbieten, hat Sie aber trotzdem hervorragend und nett beraten, sodass Sie – Rabatt hin oder her – nicht mehr woanders suchen möchten, dann fragen Sie zumindest nach einem guten Witz, damit Sie trotzdem mit einem guten Gefühl nach Hause gehen können.

Sie werden sehen, das zahlt sich spätestens bei einem Garantiefall oder beim nächsten Kauf in diesem Geschäft aus.

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