Yoga

Yoga

Als ursprünglich aus Indien stammende philosophische Lehre umfasst das Yoga eine ganze Reihe körperlicher und geistiger Übungen. Dazu zählen unter anderem die Yoga-Disziplinen Asanas, Niyama, Yama, Kriyas, Pratyahara, Pranayama sowie Askese und Meditation. Das Yoga stand und steht auch heute noch in religiöser Verbindung, indem es dem Probanden ermöglicht, mit der göttlichen Energie zu verschmelzen und den Einklang zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen.

Der indischen Lehre gemäß sollte man sich den Menschen so vorstellen, dass er in seinem Körper auf Reisen geht. Der Kutscher, der den als Wagen vorstellbaren Körper lenkt, ist der Verstand, während die fünf Sinnesorgane als Pferde fungieren. Der im Innern der Kutsche befindliche Fahrgast ist die Seele, das Geschirr ist hingegen das Yoga.

Das Yoga zählt im Rahmen der indischen Philosophie zu den sechs klassischen Schulen, die auch Darshanas genannt werden. Diesbezüglich ist Yoga nicht gleich Yoga, da sehr viele verschiedene Ausprägungen existieren. Die in den USA sowie in Europa gängigen Yoga-Praktiken sind die Yogasanas und die Asanas, die hier zumeist nur als körperliche Übung zum Zweck der tiefen Entspannung betrachtet werden. Doch neben den überwiegend körperlich orientierten Yoga-Übungen gibt es auch solche, die im Rahmen der Meditation die geistigen Kräfte anregen und diesbezüglich auch die Konzentration fördern. Die Atemübungen werden als Pranayama bezeichnet. Wiederum andere praktizierende Yogis leben in Askese.

Die Geschichte des Yoga

Dem Yoga ähnliche Übungen werden bereits seit dem Jahr 700 vor der Zeitrechnung beschrieben. Der Begriff „Yoga“ taucht hingegen erstmals etwa 400 vor der Zeitrechnung auf. Das zu dieser Zeit beschriebene Yoga-System gleicht im Wesentlichen dem heutzutage praktizierten.

Im Gegensatz zu früher, als das Yoga noch als rein spiritueller Weg verstanden wurde, um mit Hilfe der Meditation zur Erleuchtung zu gelangen, sind die auch Asanas genannten yogatypischen Körperübungen erst später entstanden. Die Asanas dienen in erster Linie der Kräftigung und der Mobilmachung des Körpers, damit dieser in der Lage ist, längere Zeit über in einem bestimmten Meditationssitz zu verharren.

Nach und nach entdeckte man jedoch die allgemein positive Wirkung der speziellen Übungen. Das Yoga, wie es heute in vielen Kursen in fast jeder Stadt angeboten wird, umfasst vorwiegend körperliche Übungen, die eine Weiterentwicklung jener Asanas darstellen und Körper, Geist und Seele in Einklang bringen sollen. Diesbezüglich ist das so genannte Hatha-Yoga sehr weit verbreitet.

Das Hatha-Yoga ist eine Erfindung des 15. Jahrhunderts und sieht den Körper als wirksames Mittel, um die spirituellen und existenziellen Ziele des Yoga miteinzubeziehen. Vielfach wird das Yoga heutzutage auch zur Entspannung angewandt und wird diesbezüglich im Rahmen von Kursen angeboten. In den Kursen werden sehr häufig spezielle Körperübungen, Atemübungen, Meditationsphasen und Tiefenentspannung im Wechsel durchgeführt. Ein weiterer sehr wichtiger Sinn und Zweck des Yoga, im Rahmen dessen diverse Bewegungsabläufe, Körperhaltungen, die Atemführung und die innere Konzentration in einer bestimmten Kombination trainiert werden, besteht darin, die Lebensenergie zu wecken.

Das moderne Yoga

Wurde das Yoga der indischen Tradition entsprechend als eine philosophische Methode zur Bewusstseinserweiterung aufgefasst, so entstehen gerade in der heutigen Zeit Abwandlungen, die mit dem ursprünglichen Zweck nicht mehr viel gemeinsam haben, sondern in erster Linie dazu dienen, die körperliche Leistungsfähigkeit und diesbezüglich auch das Wohlbefinden zu steigern. So gibt es mittlerweile zum Beispiel das so genannte Power-Yoga, das Bikram-Yoga, das bei hohen Raumtemperaturen durchgeführt wird, das dynamische und mit musikalischen Einlagen umrahmte Jivamukti-Yoga sowie das Yogilates, das eine Mischung aus Pilates und Yoga darstellt.

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